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So baut die nächste Generation: Mit Kreativität, Nachhaltigkeitsgedanken und 360°-Fotodokumentation

By Eva Obermaier

29. März 2024

Unter dem Motto “Students, drop your pencils! Unite! And rebuild!” hat der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure gemeinsam mit dem Architekturbüro Balbek aus Kiew ein spannendes Projekt für Studierende ausgerufen. Die Aufgabe: Mobile und nachhaltige Wohneinheiten für ukrainische Geflüchtete zu gestalten. Beteiligt hat sich unter anderem auch die Technische Hochschule Lübeck. Studierende nutzten die Gelegenheit, um OpenSpace in der Praxis anzuwenden.

Projekt UNITY! für modulare Wohneinheiten

Die Grundlage für die Pläne der modularen Unterkünfte liefert das ukrainische Architektenbüro Balbek mit klarem Fokus auf Nachhaltigkeit und menschenwürdiges Leben. Die einzelnen Module der Unterbringung bestehen dabei aus 2,5mx6m großen Containern in Holzbauweise. Für die Umsetzung widmen sich Studierende aus mehreren Hochschulen den einzelnen Bauphasen von der Planung und Baustoffbeschaffung über den Innenausbau bis hin zur Vermarktung und Weiternutzung der Module. Eine ideale Gelegenheit, gelernte Theorie selbst in die Praxis umzusetzen.

Module schnell und ohne Fachwissen aufbauen

Tristan Brune und Erik Hoffmann studieren im siebten Semester Bauingenieurwesen an der TH Lübeck. Im Projekt haben die beiden die Aufgabe übernommen eine Auf- und Abbauanleitung der Module zu erstellen. Das Projekt wurde mit fachlicher Unterstützung von Stefan Gruthoff (Labor für experimentelles Planen und Bauen), Prof. Helmut Offermann, Constanze Borghoff und Philipp Wolter-Ebener (Labor für Innovatives Bauen) umgesetzt. Die besondere Herausforderung dabei: einzelne Arbeitsschritte müssen so dokumentiert sein, dass sie auch von Personen ohne Fachkenntnisse einfach und schnell umgesetzt werden können. Dafür haben die beiden 360°-Fotodokumentation von OpenSpace eingesetzt.

Container außen – Bild zur Verfügung gestellt von der TH Lübeck

 

Aufbauanleitung mit 360°-Fotos und Vor-Ort-Notizen

Um die Anleitung zu erstellen, musste zuerst der Container von den Studierenden Schritt für Schritt aufgebaut werden. In der Mitte des Containers wurde eine 360°-Kamera (Insta 360) auf einem Stativ aufgestellt. Damit wurde nach jedem wichtigen Aufbauschritt ein 360°-Foto in OpenSpace erstellt.

Ein Bild spricht bekanntlich zwar mehr als 1.000 Worte, für eine detaillierte Bauanleitung braucht es dann aber doch noch etwas mehr Kontext. Dafür haben Tristan und Erik die Funktion der Vor-Ort-Notizen in OpenSpace genutzt. Damit können über die Smartphone-App oder im Browser Notizen erstellt werden, die automatisch an der jeweiligen Stelle im Grundrissplan verortet werden. In der Notiz sind neben einem Detailfoto des betreffenden Bereichs zusätzliche Informationen wie eine Beschreibung, eine Priorität und das Erstellungsdatum hinterlegt.

Schritt für Schritt wurde so jeweils ein neues 360°-Foto und eine entsprechende Vor-Ort-Notiz erstellt. Als Beschreibung in der Notiz wurde der jeweilige Aufbauschritt sowohl auf Deutsch als auch auf Ukrainisch genau beschrieben. Auch die Prioritäten wurden zugewiesen, von Priorität 1 (zwingend notwendige, konstruktive Details) bis 3 (optionale Handlungsempfehlung). Schließlich wurde jeder Vor-Ort-Notiz noch eine Anleitung Zeichnung in Form eines PDFs angehängt.

Container innen – Bild zur Verfügung gestellt von der TH Lübeck

Auch für die Koordination und Feedbackschleifen mit den Aufbauern und anderen Studierenden wurde diese Lösung genutzt. In OpenSpace können unbegrenzt Nutzer mit verschiedenen Zugangsrechten hinterlegt werden, die wiederum Kommentare auf den jeweiligen Vor-Ort-Notizen hinterlegen können. So können beispielsweise Verbesserungsvorschläge direkt übernommen werden.

Fazit der TH Lübeck

Einer der größten Vorteile von OpenSpace für die Studierenden war, dass sie nach dem Prinzip “Plug & Play” direkt loslegen konnten. Das Labor für innovatives Bauen der TH Lübeck hatte bereits eine 360°-Kamera zur Verfügung. Da das Modell direkt mit OpenSpace integriert werden konnte, musste keine zusätzliche Hardware eingekauft werden. Schnell und einfach ging es für das Team dann auch weiter. OpenSpace war für alle Beteiligten, ob Facharbeiter oder Laie, sehr intuitiv und ohne Probleme zu nutzen. “Obwohl wir keine Ahnung von dem Thema hatten”, meint Tristan dazu.

Die Studierenden ziehen insgesamt ein positives Fazit. Die Erstellung einer so detaillierten Aufbauanleitung mit Hilfe von Realitätserfassung ist zwar auf jeden Fall mit gewissem Aufwand verbunden, bringt aber den klaren Vorteil, dass Module auch mehrfach ohne Fachpersonal schnell auf- und abgebaut werden können.

Mit dem Einsatz von OpenSpace für das UNITY!-Projekt haben Tristan und Erik auf jeden Fall auch bewiesen, dass 360°-Fotodokumentation für verschiedenste Problemstellungen im Bauwesen genutzt werden kann. Für die Studierenden ist klar – die Nutzung digitaler Lösungen für den Baubetrieb wird in Zukunft immer notwendiger und gleichzeitig immer alltäglicher werden.

Mehr zum UNITY!-Projekt finden Sie unter den folgenden Links:

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