Generalunternehmer, Fachunternehmen und Auftraggeber aus aller Welt waren bei Waypoint 2026, unserem jährlichen Kundenevent, dabei, um als Erste von neuen Produktentwicklungen zu erfahren und Praxisbeispiele von aktuellen Baustellen zu sehen. In diesem Jahr stand eine einfache Idee im Mittelpunkt: Im Bauwesen entsteht eine neue Art zu arbeiten.

Entscheidend ist, was tatsächlich auf der Baustelle passiert. Statt sich auf schriftliche Berichte, Tabellen und die Erinnerung einzelner Personen zu verlassen, schafft Visual Intelligence einen klaren Blick auf die Realität. Und zunehmend liefert sie auch die nötigen Erkenntnisse, um zu verstehen, was diese Realität bedeutet und was als Nächstes zu tun ist.

Wir haben gezeigt, wie neue mobile Workflows die Arbeit direkt vom Smartphone aus verändern, wie verifizierte Fortschrittsdaten Teams dabei helfen, frühzeitig zu erkennen, was als Nächstes ansteht, und wie KI-Agenten die Baustelle sehen und Projektteams Arbeit abnehmen können.

Und natürlich kamen auch Kunden zu Wort, die diese Möglichkeiten bereits in ihren Projekten einsetzen.

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Visual Intelligence: verstehen, was passiert ist und entscheiden, was als Nächstes zu tun ist

OpenSpace Mitgründer und CEO Jeevan Kalanithi eröffnete Waypoint mit einem Blick darauf, wie weit sich Visual Intelligence bereits entwickelt hat und was als Nächstes kommt.

Die Grundidee ist einfach: Bauen findet in der physischen Welt statt. Deshalb sind einige der wertvollsten Informationen über ein Projekt visuell. OpenSpace verbindet diese Realität mit Kontext wie Standort, Plänen, Modellen, Terminplänen und Fortschrittsdaten. So können Entscheidungen auf Basis dessen getroffen werden, was tatsächlich auf der Baustelle passiert.

Wenn diese Informationen jederzeit verfügbar sind, wird auch die tägliche Arbeit einfacher. Unsicherheiten, Risiken und Kosten lassen sich reduzieren. Gleichzeitig entsteht etwas, das mit dem zunehmenden Einsatz von KI im Bauwesen immer wichtiger wird: Kontext aus der realen Welt.

Jeevan stellte außerdem Live Location vor, die nächste Generation unserer KI-Autolokalisierung. Live Location zeigt Nutzern in Echtzeit, wo sie sich im Projekt befinden, während sie sich über die Baustelle bewegen.

Mehr dazu in Jeevans Eröffnungs-Keynote.

Die Zukunft der Baustelle passt in Ihre Hosentasche

Michael Jones, VP of Product bei OpenSpace, zeigte, wie diese neue Art zu arbeiten direkt auf der Baustelle aussieht, und gab einen ersten Einblick in einige der wichtigsten Produktinnovationen, die für OpenSpace geplant sind.

Im Mittelpunkt steht Site Mode, eine neue mobile Benutzererfahrung, die von einer einfachen Frage ausgeht: Was wäre, wenn Ihr Smartphone bereits wüsste, wo Sie sich auf der Baustelle befinden?

Mit Live Location kann OpenSpace Ihre Position während der Begehung direkt auf dem Plan anzeigen – selbst in Innenräumen und ohne GPS oder zusätzliche Hardware-Beacons. Darauf aufbauend eröffnet Site Mode neue Möglichkeiten: BIM passend zum aktuellen Standort aufrufen, frühere Aufnahmen dieses Bereichs ansehen, Vor-Ort-Notizen in der Nähe öffnen oder mit Walk and Talk Fotos und Beobachtungen erfassen, ohne jedes Element manuell auf dem Grundriss verorten zu müssen.

Michael zeigte außerdem die Live-Erfassung in Site Mode. Während Sie mit der 360°-Kamera durch die Baustelle gehen, sehen Sie direkt, welche Bereiche bereits erfasst wurden und wo noch Aufnahmen fehlen.

Neben Site Mode haben wir Updates für weitere Abläufe auf der Baustelle, Integrationen, OpenSpace Air und Enterprise-Funktionen vorgestellt. Hinzu kommt eine Funktion, die sich viele Kunden schon lange gewünscht haben: Messungen auf Basis von 360°-Aufnahmen und den daraus erzeugten Punktwolken.

Was bedeutet das in der Praxis? Weniger Zeit für Apps, Formulare und manuelle Schritte. Mehr Zeit für die eigentliche Arbeit.

Wie das aussehen kann, zeigt ISEC. Die Teams dort nutzen KI-Sprachnotizen, KI-Autolokalisierung und unsere Autodesk-Integration, um bessere Vor-Ort-Notizen schneller zu erstellen und Probleme früher zu lösen. Nach den ersten Ergebnissen führt ISEC OpenSpace nun landesweit im gesamten Unternehmen ein.

Baufortschritt sehen und direkt handeln

„Wie läuft das Projekt?“ gehört zu den häufigsten Fragen im Bauwesen. Die Antwort basiert jedoch noch immer oft auf manuellen Statusmeldungen und subjektiven Einschätzungen.

Group Product Manager Michaela Rhile zeigte, wie OpenSpace Track eine objektive Antwort ermöglicht. Dafür werden 360°- und Drohnenaufnahmen in verifizierte Fortschrittsdaten umgewandelt – KI-gestützt und durch Experten verifiziert.

Sie können den tatsächlichen Fertigstellungsgrad über ein gesamtes Portfolio hinweg sehen oder einzelne Projekte, Gewerke, Etagen, Zonen oder Aufgaben genauer betrachten. Nacharbeiten und nicht konforme Ausführungen lassen sich erkennen, Engpässe früher identifizieren und verifizierte Fortschrittsdaten mit anderen Projektdaten kombinieren. So erhalten Teams ein klareres Bild davon, wo ein Projekt aktuell steht und wie es sich entwickelt.

Michaela stellte außerdem eine wichtige Erweiterung von OpenSpace Track vor: eine neue OpenSpace Track API, die sich derzeit in der Beta-Phase befindet. Damit können Fortschrittsdaten auch außerhalb der OpenSpace Plattform genutzt und beispielsweise in ERP-Systeme, BI-Dashboards, Projektmanagement-Tools und andere Workflows integriert werden.

Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, verifizierte Fortschrittsdaten direkt in weitere Prozesse einzubinden – etwa in Abrechnung und Zahlungen.

OpenSpace Kunde ibens verbindet die Fortschrittsverfolgung bereits mit seinem Abrechnungsprozess. Das Team nutzt OpenSpace Track, um objektiv zu erfassen, welche Leistungen tatsächlich ausgeführt wurden, und diesen Fortschritt mit der Abrechnungsstruktur zu verknüpfen. Dadurch wird die Rechnungsstellung sowohl für ibens als auch für seine Nachunternehmer einfacher. Nun beginnt ibens mithilfe der OpenSpace Track API noch weitere Schritte zu automatisieren.

Auch Kunden von Canary Wharf Group, McLaren Construction und Suffolk berichteten, wie sie objektive Fortschrittsdaten in unterschiedlichen Bereichen einsetzen: vom Fortschrittsmanagement bei komplexen Bauvorhaben über eine bessere Abstimmung mit Nachunternehmern bis hin zur Berichterstattung an Auftraggeber und zur Projektsteuerung.

KI-Agenten brauchen mehr als Dokumente. Sie brauchen Augen.

KI kann heute schon erstaunlich viel mit Dokumenten, Verträgen, Tabellen und Terminplänen leisten. Diese Quellen sagen einem Agenten aber vor allem, was in einem Bauprojekt passieren soll.

Damit KI für Bauunternehmen wirklich nützlich wird, muss sie auch verstehen, was tatsächlich passiert. Genau deshalb entwickeln wir das OpenSpace Agent Ecosystem, das Jeevan bei Waypoint vorgestellt hat. Wir geben KI-Agenten Zugriff auf die visuelle Realität der Baustelle,  zusammen mit Standortinformationen und weiteren Projektdaten, die sie benötigen, um konkrete Aufgaben zu übernehmen.

In einer Demo zeigten wir beispielsweise Agenten, die Probleme bei Ordnung und Sauberkeit in Baustellenaufnahmen erkennen, auf dem Plan lokalisieren und anschließend Vor-Ort-Notizen zur Nachverfolgung erstellen. Ein anderer Agent kann aktuelle Aufnahmen, Vor-Ort-Notizen, OpenSpace Track-Daten und Walk-and-Talk-Aufnahmen nutzen, um einen Tagesbericht vorzubereiten.

Das OpenSpace Agent Ecosystem befindet sich aktuell im Early Access. Der Launch ist für Anfang 2027 geplant.

NOVO Construction, einer der ersten OpenSpace Kunden, nutzt bereits einen OpenSpace KI-Agenten zur Erstellung wöchentlicher Auftraggeberberichte. Eine Projektingenieurin benötigte dafür zuvor jeden Freitag drei bis vier Stunden. Heute verbringt sie etwa 30 Minuten damit, eine KI-generierte Version zu prüfen und zu ergänzen, die bereits zu 85–90 % fertiggestellt ist.

Wenn KI den Kreislauf schließt

CTO und Mitgründer Michael Fleischman beendete Waypoint mit einem Ausblick darauf, wie sich KI-Agenten weiterentwickeln könnten. KI-Agenten „Augen“ zu geben, ist dabei erst der Anfang. Die größere Chance liegt darin, Agenten gemeinsam mit Menschen arbeiten zu lassen und Planung, Realität und Maßnahmen kontinuierlich miteinander zu verbinden.

Michael bezeichnet diesen Prozess als „Closing the Loop“: erkennen, was auf der Baustelle passiert, verstehen, wie die tatsächliche Situation im Vergleich zum Plan aussieht, Maßnahmen einleiten und anschließend erneut prüfen, ob diese Maßnahmen funktioniert haben.

Anhand verschiedener Prototypen zeigte er, wie das funktionieren könnte. Ein Agent könnte beispielsweise einen zuvor erkannten Mangel oder ein Problem in neuen Aufnahmen erneut prüfen und feststellen, ob es inzwischen behoben wurde. Ein anderer könnte einen Zahlungsantrag mit verifizierten OpenSpace Track-Daten abgleichen, bevor er zur Freigabe an eine Person weitergeleitet wird.

Mit Spatial AI und Live Location können Agenten zunehmend nicht nur verstehen, was sie sehen, sondern auch, wo sie sich befinden. Michael zeigte, wie dieses räumliche Verständnis einem Agenten beispielsweise dabei helfen könnte, Terminrisiken aus einer Walk-and-Talk-Session zu erkennen.

Ein Agent könnte sogar feststellen, dass ihm Informationen fehlen, und eine Person genau zu der Stelle auf der Baustelle führen, an der zusätzliche Daten erfasst werden müssen.

Michael gab außerdem einen Ausblick darauf, was möglich werden könnte, wenn sich diese Funktionen vom Smartphone auf freihändig nutzbare Geräte wie Smart Glasses verlagern. Noch handelt es sich dabei um Zukunftsprototypen. Sie zeigen aber einen sehr konkreten möglichen Nutzen: KI übernimmt einen größeren Teil der repetitiven Arbeit rund um Bauprojekte, während sich Menschen stärker auf das eigentliche Bauen konzentrieren können.

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Waypoint deckte in rund 90 Minuten eine ganze Reihe von Themen ab: neue Möglichkeiten, sich auf der Baustelle zu orientieren und mobil zu arbeiten, wesentliche Neuerungen bei der Baufortschrittsverfolgung, KI-Agenten, die bereits konkrete Aufgaben übernehmen, und einen Ausblick darauf, wohin sich Bautechnologie als Nächstes entwickelt.

All diese Entwicklungen führen jedoch auf dieselbe Idee zurück: Wenn Teams genau sehen können, was tatsächlich auf der Baustelle passiert, verbringen sie weniger Zeit mit Dokumentieren, Suchen, Diskussionen und dem Klären offener Fragen – und mehr Zeit mit Bauen.

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